Barcelona Wine Week Anfang Februar: Fachmesse mit klarer inhaltlicher Agenda

  Barcelona Wine Week Anfang Februar: Fachmesse mit klarer inhaltlicher Agenda Anfang Februar findet erneut die Barcelona Wine Week (BWW) statt. Für den spanischen Weinsektor ist sie inzwischen mehr als ein jährlicher Branchentreff. Sie funktioniert als verdichteter Marktplatz für Struktur, Stilistik und Positionierung spanischer Herkunftsweine im internationalen Kontext. Die Messe richtet sich bewusst an ein Fachpublikum mit Vorwissen. Einkäufer, Importeure, Sommeliers, Journalisten, aber auch Produzenten mit klarer Marktstrategie. Wer Tiefe sucht statt Breite, ist hier richtig. Einordnung: Wo die BWW im Messekalender steht Die BWW schließt eine Lücke zwischen regionalen Verkostungen und globalen Leitmessen. Sie ist keine Konkurrenz zur ProWein oder Vinitaly im klassischen Sinne. Dafür fehlt die internationale Streuung. Stattdessen konzentriert sie sich konsequent auf Spanien als Weinland und auf dessen innere Dynamiken. Für viele Entscheider ist sie eine Art Jahresauftakt. ...

Marqués del Hueco Rosé – Ein Rioja-Rosé für Feinschmecker und Freunde

 Marqués del Hueco Rosé – Ein Rioja-Rosé für Feinschmecker und Freunde

Es gibt Weine, die schmeckt man – und es gibt Weine, die man erlebt. Der Marqués del Hueco Rosé gehört ganz eindeutig zur zweiten Kategorie. Wenn ich dieses Glas erhebe, dann erhebe ich nicht nur einen Rioja Rosé, sondern ein Stück Freundschaft, Tradition und Handwerkskunst. Und ja, ich gebe es offen zu: Heras Cordón ist mein Lieblingswinzer – und das nicht erst seit gestern.

Seit vielen Jahren verbindet mich eine herzliche Freundschaft mit der Familie Heras Cordón. Unsere Besuche sind immer ein Fest – ein Fest der Aromen, der Geschichten, des Respekts vor der Rebe und der Zeit. Es ist ein Weingut, das mit seinem kompromisslosen Qualitätsanspruch nicht nur mich überzeugt hat, sondern auch ganz offiziell den Vatikan beliefert. Ein päpstlicher Hoflieferant – wenn das kein Ritterschlag ist!

Doch kommen wir zu unserem heutigen Star: Marqués del Hueco Rosé – ein Wein wie ein Sommerabend in der Rioja Alta.


Ein Rosé mit Charakter und Seele

Schon beim ersten Blick ins Glas zeigt sich, dass dieser Rosé nicht einfach „nur“ ein Rosé ist. Die Farbe? Zartes Lachsrosa, fast poetisch. Die Nase? Eine Symphonie aus roten Früchten – Erdbeeren, Himbeeren, vielleicht sogar ein Hauch Johannisbeere, mit einem überraschenden Hintergrund von Zitrusnoten, ja, sogar Orangenzeste. Dieser Duft – frisch, aber nicht aufdringlich. Elegant, aber nicht kühl.

Am Gaumen ist der Marqués del Hueco weich, fast cremig, mit einer feinen Süße, die niemals pappig wirkt, sondern im perfekten Gleichgewicht mit seiner leichten Säure steht. Ein Hauch Mineralität, der an die Böden der Rioja Alta erinnert, rundet das Bild ab. Und genau das liebe ich an diesem Wein: Er schmeichelt, aber er fordert auch.


Drei Rebsorten, ein Kunstwerk

Viura, Garnacha, Tempranillo – diese drei Rebsorten bilden das Rückgrat dieses Rosé. Und jede bringt ihre ganz eigene Note mit:

  • 50 % Viura, 15 Jahre alt, bringt die Frische und Eleganz.

  • 30 % Garnacha, 25 Jahre alt, sorgt für die fruchtige Kraft.

  • 20 % Tempranillo, mit stolzen 30 Jahren auf dem Buckel, verleiht Struktur und Tiefe.

Was mich besonders begeistert: Die Trauben werden von Hand gelesen, in kleinen 30-kg-Kisten. Hier zählt nicht Masse, sondern Klasse. Es wird selektiert, nur die gesunden, perfekt gereiften Beeren finden ihren Weg in die Kellerei. Ein aufwendiger Prozess, aber einer, den man schmeckt.


Kalte Liebe: Der Zauber der Fermentation

Der Herstellungsprozess ist ebenso präzise wie liebevoll. Eine kalte Mazeration bei 7 °C für 24 Stunden bringt die feinen Aromen der Schalen hervor, bevor sanft gepresst und bei kontrollierten 15 °C vergoren wird. Das Ergebnis? Ein Wein, der seine Fruchtigkeit bewahrt, aber zugleich Tiefe und Komplexität entwickelt.

Und dann das kleine, aber feine Geheimnis: Fünf Monate auf der Feinhefe. Das verleiht ihm diese subtile Cremigkeit und Länge im Abgang, die ihn so besonders macht. Das ist nicht einfach „ein bisschen Rosé“ – das ist große Winzerkunst im leichten Gewand.


Hier in Fuenmayor, Rioja, fühle ich mich wohl.



Serviertemperatur & Speisenempfehlung

Ich genieße den Marqués del Hueco Rosé am liebsten bei genau 6 °C – nicht zu kalt, nicht zu warm. Das bringt die Frische optimal zur Geltung, ohne dass Aromen verloren gehen.

Kombinieren lässt sich dieser Rosé hervorragend zu:

  • leichten Vorspeisen mit Meeresfrüchten oder mediterranem Gemüse,

  • Pastagerichten mit Tomaten oder Kräutern,

  • blauem Fisch, etwa gegrillter Makrele oder Thunfisch-Carpaccio.

Oder, ehrlich gesagt: Auch solo auf der Terrasse, bei einem guten Gespräch, macht dieser Wein eine ausgezeichnete Figur.


Ein fairer Preis für große Qualität

Bei einem Preis von etwa 16 € pro Flasche bekommt man hier Premium-Qualität zu einem mehr als fairen Kurs. Für mich persönlich gehört der Marqués del Hueco Rosé in jede gute Hausbar – nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über. Denn gute Weine haben keine Saison – sie haben Charakter.


Fazit: Ein Rosé, der bleibt

Der Marqués del Hueco Rosé ist ein Botschafter der Rioja, ein Ausdruck von Handwerk, Herz und Herkunft. Er ist fruchtig, aber nicht banal. Elegant, aber nicht distanziert. Und mit seiner leichten, aber tiefgründigen Art ist er ein idealer Begleiter für Menschen, die Rosé nicht als Modeerscheinung sehen, sondern als Kunstform im Glas.

Und wenn mich jemand fragt, warum ich bei jedem Besuch bei Heras Cordón mindestens ein paar Flaschen mitnehme, sage ich nur: Weil es Weine gibt, die nicht nur schmecken, sondern Geschichten erzählen.

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